45. Halbmarathon in Wiązowna und der Ort

Im Sommer sind es 41 Jahre, dass ich immer wieder nach Wiązowna fahre. Das Örtchen liegt etwa 20 Kilometer von Warschau entfernt und hat sich in dieser Zeit massiv verändert. Schien hier in den 1980er Jahren die Zeit stillzustehen, begann der Ort sich ab etwa Mitte der 1990er Jahre massiv und rasant zu verändern. Und heute durfte ich hier etwas erleben, wovon ich schon oft gehört, was ich aber noch nie selbst erlebt habe: Den 45. Halbmarathon von Wiązowna.

Um genau zu sein ist Wiązowna das Zentrum einer ziemlich großen Gemeinde und hat sich in den letzten Jahren nicht nur rasant verändert, sondern hat sich auch vergrößert. Wollten noch in den 80er Jahren alle von hier weg nach Warschau, so hat sich diese Bewegung nun umgedreht: Viele Warschauer fliehen aus der Stadt und bauen sich ein Zuhause in Wiązowna oder einem anderen Dorf der Gemeinde.

Zuerst möchte ich euch mitnehmen und mit euch den Ort erkunden. Ich zeige euch einige Sehenswürdigkeiten (oder fürs Dorf- und Gemeindeleben wichtige Punkte), bevor wir dann zum eigentlichen Halbmarathon kommen.

So zeige ich euch die Kirche, Bibliothek und Freiwillige Feuerwehr, den Friedhof, Das Kulturzentrum… Der Ort Wiązowna hat tatsächlich einiges zu bieten.

Der Marathon

Wie gesagt, ich wusste, dass es den Halbmarathon gibt, aber dass er diese Dimension haben und die ganze Gemeinde in den kompletten Ausnahmezustand versetzen würde, hatte ich nicht gedacht. Mein Freund Zygmunt, bei dem ich immer wohne, wenn ich hier bin, meinte, das sei der 25. Halbmarathon, aber es ist doch der 45. Da hat er sich ein wenig vertan, obwohl er als Helfer von Anfang an dabei war. Die Zeit verfliegt halt.

Am heutigen Halbmarathon müssen über 6.000 Teilnehmer gestartet sein, zumindest habe ich einige Startnummern gesehen, die das nahelegen. Wenn es eine Statrnummer 4 gab, muss es also tatsächlich mit der Startnummer 1 losgegangen sein.

Eine Stunde vor Beginn des Halbmarathons herrschte bereits eine regelrechte Volksfeststimmung. Es gab Imbissbuden mit den verschiedensten Angeboten, Händler, bei denen man Nordic-Walking-Stöcker, Mützen, Handschuhe und Energy-Drinks erstehen konnte und, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, die verschiedensten Gesundheitsorganisationen und charitativen Vereine. Ich hätte wirklich nie gedacht, dass das ein so großes Event ist. Aber im Organisations- und Sicherheitsbereich, bei der Technik und was sonst noch alles mit dranhängt, sind heute wohl etwa 3.000 Menschen beruflich oder ehrenamtlich im Einsatz. Eine beachtliche Zahl, oder?

Der Halbmarathon, der übrigens jährlich der erste in ganz Polen ist und somit die Saison einläutet, findet in vier Kategorien statt: Der eigentliche Halbmarathon, der 5-Kilometer-Lauf, der Jugendlauf und der Kinderlauf. Das Ganze bei strahlendem und angenehmen Wetter.

Was ich beachtlich finde ist, dass es sich hierbei tatsächlich um eine internationale Veranstaltung handelt. Es waren Läufer aus den Baltischen Staaten, und sogar Afrikaner am Start! Irre, wenn man bedenkt, dass Wiązowna nun nicht wirklich groß ist und politisch eigentlich keine Bedeutung hat. Ich wette, dass 90% der Deutschen nicht mal um die Existenz dieses Ortes wissen! So ginge es mir allerdings auch, wenn ich den Ort nicht kennen würde.

Ich hatte den Läufern viel Erfolg gewünscht. Aber wisst ihr, was ich mich seit Jahren frage? Warum finden solche Veranstaltungen, die den Körper extrem fordern, immer am Sonntag statt, wenn viele Läuferinnen und Läufer am nächsten Tag arbeiten müssen? Ich denke, dass denen dann ganz schön die Knochen wehtun dürften. Habt ihr eine Ahnung, warum das so ist?

Ich hoffe, dass ich euch den Ort Wiązowna ein wenig näher bringen konnte.

Es grüßt euch
Euer Thomas

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