Die gestrige Tour hatte ich mir schon lange zusammengestellt: Es sollte nach Chorin gehen. Ehrlich gesagt ging es mir dabei nicht nur um die dort ausgelegten Caches, sondern vor allen darum, euch die Ruine des Zisterzienserklosters zu zeigen. Gleich vorweg: Leider war ein großer Teil wegen Baumaßnahmen abgesperrt, doch ich konnte trotzdem einige Aufnahmen machen. Aber von Anfang an.
Schon letztes Jahr wollte ich nach Chorin, aber da hat sich die Deutsche Bahn dafür entschieden, dass ab Bernau ein Schienenersatzverkehr fahren sollte. So brach ich die Runde ab, bevor sie begonnen hatte.
Dieses Jahr nun war die große Stunde gekommen. Auf Google Maps checkte ich noch mal, ob denn nun die Regionalbahn nach Chorin fahren würde, und bekam einen Haufen unverständliches Zeugs in Sachen Ersatzverkehr um die Ohren geknallt, aber eigentlich ja, zumindest aber eventuell. Gefahr ist mein zweiter Vorname und so beschloss ich, das Risiko einzugehenn. Abends wurde das Cachemobil bepackt und Proviant gemacht, am Samstag dann ging es um 05:15 mit dem Fahhrad los Richtung Gesundbrunnen. Von dort sollte meine S-Bahn nach Bernau fahren.
In Bernau angekommen stellte ich erfreut fest, dass der Regio Richtung Stralsund bereits bereitstand und in einer halben Stunde sogar abfahren würde! So hatte ich im Zug ausreichend Zeit, mein Frühstück zu vertilgen.
In Chorin angekommen, fand ich sehr schnell meinen ersten Cache. Und dann begann das Drama: Der Barnim ist eine Gegend, in der es steil bergauf und bergab geht. Und in der Choriner Ecke sind haufenweise Kopfsteinpflaster“straßen“ (oder Wege), die das Radfahren nicht gerade zum Vergnügen machen. Ich habe euch mal eine solche „Straße“ im Video festgehalten. Es sind eigentlich sogar eher Holperpisten als Straßen. Aber ich liebe ja solche Herausforderungen! Ehrlich! 🙂
Und dann tat sich plötzlich der Blick auf die Klosterruine auf. Ein wirklich überwältigender Anblick! Es ist wirklich bemerkenswert, was damals im Mittelalter, zu Zeiten der Gotik, gebaut wurde! Noch waren keine Menschen außer mir da, es war ja auch noch zu früh. Also absolvierte ich erst die Gachingrunde, um dann am Nachmittag nochmal herzukommen und ein paar Aufnahmen zu machen.
Ein Stück vom Kloster weg befindet sich ein sehr schön gebastelter Cache, für dessen Öffnung man einen starken Magneten benötigt. Den hatte ich natürlich dabei und so konnte ich den Cache loggen.
Als nächstest war eine Pyramide dran, die doch ein wenig spezieller ist. Die Pyramide besteht aus etlichen Findlingen und Steinen, die während der letzten großen Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren aus dem Skandinavischen Raum von Eis hierher geschoben worden waren. Ans Licht befördert wurden diese Steine, als 1992 im Bereich des Klosters Chorin eine Abwasserleitung verlegt wurde. Ach ja, hier wurde ich leider nicht fündig. C’est la vie, so ist das Leben! Dafür durfte ich mir mittels Pinzette, die ein Geocacher immer dabeihaben sollte, einen Holzbock (Zecke) aus der Haut ziehen.
Es folgten einige mehr oder weniger sehenswerte Caches, von denen ich euch einige Zeige. Ein Cache war besonders frech versteckt, da habe ich mich doch köstlich amüsiert! Aber seht selbst im Video!
Nachdem ich die Cachingrunde erledigt hatte, ging es wieder zum Kloster. Und hier gebe ich euch ein paar Einblicke und Eindrücke, die ich für euch aufgenommen habe.
Das Kloster
Das Zisterzienserkloster Chorin wurde laut Wikipedia 1258 von den Askanierfürsten gegründet, die Flyer des Klosters berichten jedoch von einer Stiftung durch die Askanier und einen Beginn der Bautätigkeit im Jahr 1272, also 14 Jahre später. Zu erklären dürfte diese Diskrepanz dadurch sein, dass wahrscheinlich die ersten Mönche tatsächlich 1258 auf Geheiß der Askanier kamen, aber in Blockhütten oder ähnlichen Behausungen lebten und die eigentliche Bautätigkeit erst begann, als genügend Brüder vor Ort waren. Das kann durchaus 14 Jahre gedauert haben.
Im Zuge der Reformation kam es 1542 zur Auflösung der Abtei, der Landesherr war Protestantisch geworden. Das Kloster verfiel.
Um 1821 erkannte Karl Friedrich Schinkel den Wert der Anlage als mittelalterliches Baudenkmal und begann wohl mit ersten erhaltenden Maßnahmen. Im Video seht ihr, dass bis heute daran gearbeitet wird, dieses Juwel mittelalterlicher Backsteingotik zu erhalten.
Alles in allem kann ich einen Besuch des Klosters Chorin jedem empfehlen, auch wenn derzeit nicht alle Teile besuchbar sind.
Liebe Grüße
Euer Thomas
Ein Kommentar zu “Klettern auf der Pyramide im Kloster Chorin”