Ich war ja in der letzten Zeit mehrfach im Barnim unterwegs, besonders in der Wriezener Gegend. So auch die letzten beiden Wochenenden, die ich hier in einem Artikel und Video zusammenfasse, weil beide Runden eigentlich eine sind. Ich musste die erste Runde nur, wieder mal, wegen eines Dorffestes abbrechen. Das hat sich aber gelohnt, denn eine Woche später hatte ich, zu den nicht geloggten Dosen, einen Lab-Cache, einen Multi, einen Mystery und einen ganz speziellen, limitierten Virtual-Cache hinzugefügt.
Gab es auf der ersten Runde schon einiges zu sehen und manche Dose zu loggen, sollte sich die zweite Runde eine Woche später als noch schöner erweisen. Aber der Reihe nach!
Die erste Runde begann früh, sehr zeitig am Berliner Bahnhof Gesundbrunnen, wo die Deutsche Bahn erst mal für Verspätung sorgte. Die Verspätung war so genau kalkuliert, dass ich den Anschlusszug in Eberswalde um genau zwei Minuten verpasste, was dann zu einer Wartezeit von einer Stunde führte. Das war genau die Stunde, die ich für das Storchenmuseum eingeplant hatte.
Ich machte Rast in deiner Wanderhütte, fand einen Lost Place an einer Frauenbildungsstätte sowie eine Brandenburger Spezialität: nämlich (nicht nur) einen Weg, der sowohl auf der Karte der Geocaching-App als auch bei Google Maps, offensichtlich als richtiger, wahscheinlich sogar befestigter, Weg eingezeichnet ist. Das Problem: Dort, wo er eingezeichnet ist und sogar 100 Meter im Umkreis gibt es nichts, was man auch nur ansatzweise als Weg identifizieren würde. Nicht mal nach Südamerikanischen Dschungel-Normen!
Manch Owner hatte bewies viel Humor in der Art, seine Caches zu verstecken, was bei mir zu Verletzungen (keine schwerwiegenden, das gehört zur Wahrheit dazu!) und auch zerrissenen Klamotten führte. Aber auch bei diesen Caches hatte ich meinen Spaß und, um es mit einem alten, weisen chinesischen Philosophen zu sagen:
„Eine Cachingrunde ohne Blessuren ist keine Cachingrunde!“ [Konfusius]
So loggte ich doch eine Menge Dosen, hatte meinen Spaß, saute mich – wie üblich – gründlich ein und brach dann, in Altranft, wegen eines Dorffestes die Cachingrunde ab.
Ich war, weil es sehr heiß war, ordentlich durchgeschwitzt und so beneidete ich die mitreisenden Fahrgäste in der Bahn nicht, die wahrscheinlich versuchten herauszufinden, wo sich denn der mitreisende Mephitis mephitis versteckt hätte.
Eine Woche später machte ich mich dann wieder auf, diesmal aber mit dem Fahrrad bis nach Ebwerswalde und von dort aus dann wieder mit dem Zug bis nach Altranft, von wo ich mich dann bis nach Wriezen vorkämpfen wollte.
Beim ersten Cache stand ich unter der sehr interessierten Beobachtung einer älteren Dame, konnte die Dose trotzdem unbemerkt loggen. Auch hier fand ich eine schöne Ruine, einen Cache mit etlichen Türen und versuchte mich an einem Multi, der sich dann als Klettercache erwies. Bis auf wenige Zentimeter kam ich an die Dose heran, aber da ich bereits eine zusammengeschraubte Wirbelsäule habe und der Baum doch etwas glitschig war, wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen. Lieber auf eine Dose verzichten, als vielleicht ernsthaften Schaden zu nehmen!
Interessant war der Lab-Cache in Altranft, der mir einige Sehenswürdigkeiten zeigte. Obwohl ich alle Zahlen habe, ist es mir noch nicht gelungen, die Koordinaten der Bonus-Dose richtig zu berechnen. Aber ich komme wieder, und dann hole ich mir das verdammte Ding!
Ich besuchte das Storchenmuseum, habe dazu auch ein Filmchen gemacht, wollte das aber nicht hier verarbeiten. Nachdem ich noch einen Cache in einem wahren Efeu-Dschungel geborgen hatte, begab ich mich ins Zentrum von Wriezen, um einen ganz speziellen Cache zu erledigen.
Hierbei handelt es sich um einen limitierten Virtual, der wirklich Spaß gemacht hat. Weltweit gibt es nur 4.000 dieser limitierten Virtuals, es war eine Sonderaktion von Geocaching.com, die vom 17. Januar 2024 bis zum 17. Januar 2025 dauerte und als besonderheit hatte, dass diese Caches eine Mischung aus Virtual- und Labcaches sind. Bei der Absolvierung dieses Caches traf ich auf ein älteres Ehepaar, welche mir unter dem gemeinsamen Cachernamen „Eusebius_Two“ bereits geläufig waren, die ich aber noch nie persönlich getroffen hatte. Die Welt ist klein, die beiden kommen wohl auch aus Berlin.
Eigentlich hatte ich noch einen Mysterie-Cache auf der Agenda, aber stellte schnell fest, dass ich da noch ein wenig recherchieren muss. Und außerdem hatte mich der Owner des Virtuals angeschrieben, und zu einem Geocacher-Event eingeladen. Bei einem Event handelt es sich um ein Treffen mehrerer Geocacher, bei denen einfach mal gefachsimpelt (oder fachgesimpelt) wird.
Dieses Event hatte aber vor allem einen sehr schönen Anlass: Der Owner und seine Frau waren Großeltern eines Enkels geworden. Und zu diesem Anlass wurde dann natürlich auch der Grill angeworfen.
Ich lernte eine Menge neuer Leute kennen und hatte Spaß, konnte aber nicht allzu lange bleiben. Die Müdigkeit schlug zu und ich hatte ja noch den Weg nach Hause vor mir.
Alles in allem bin ich für beide Runden dankbar. Ich danke allen Ownern für das Zeigen der Orte, das Legen und Pflegen und grüße aus dem Berliner Prenzlauer Berg.
Heute habe ich dann doch lieber eher das mit dem taktischen Totstellen gemacht, mir tun alle Knochen weh.
Liebe Grüße
Euer Thomas