Als ich in die Lehre ging, hatten wir einen Mitlehrling, der aus einem Dorf namens Altgaul kam. Wir haben uns damals köstlich über den Ortsnamen amüsiert, aber seitdem ich weiß, dass es Orte mir so schönen Namen wie „Wassersuppe“ oder „Fucking“ (seit 2020 „Fugging“) gibt, stehe ich doch schon ein wenig darüber. Man wird halt erwachsen, älter und weiser.
Neulich jedenfalls musste ich an meinen Mitlehrling Jörn denken und wollte mir doch mal ansehen, woher er denn kam. Also schaute ich auf der Geocaching-Karte nach und ja, es versprach eine lohnende Tour zu werden. Also lud ich mir ein paar Caches aufs Garmin und die Tour konnte starten.
In der Nacht zuvor konnte ich jedoch nicht wirklich schlafen. Also nahm ich mir die Karte wieder vor und stellte fest, dass da auch etliche Mysteries in der Gegend liegen. Also löste ich noch die Rätsel von drei Mysteries, die Checker bestätigten meine Ergebnisse und so lud ich sie früh auch noch aufs Navi.
Morgens ging es dann mit dem Fahrrad zum Bahnhof Gesundbrunnen, von dort nach Eberswalde und, nach einem Umstieg ging es dann weiter nach Wriezen.
Gleich der erste Cache auf der Liste war einer der drei Mysteries und ein totaler Reinfall. Ich suchte erst ewig und dann kam ein Muggel, der ewig sein Auto auslud. Also gab ich dort auf und zog weiter zum nächsten Cache, den ich, nach einiger Suche, doch finden konnte.
Danach hatte ich einen wirklichen Lauf, die anderen beiden Mysteries waren zu finden und auch sonst gab es, bis auf eine Dose, keine weiteren Probleme. Ich suchte mal kürzer, mal länger, kletterte auf einen Baum, schleppte das Cachemobil über umgestürzte Bäume oder kroch mit ihm drunter durch, hatte jede Menge Spaß und war recht schnell gründlich eingesaut. So, wie es sich gehört!
Das Highlight war der Quellbereich des Freienwalder Landgrabens, wo sich ein echter Sumpf gebildet hat und der durch die Tätigkeiten von Bibern ziemlich düster wirkt. Egal, auch wenn ich bis zur Oberkante meiner Stiefel und das Cachemobil bis fast zu den Naben einsanken: Ich wollte die Dose, die da sein soll! Okay. Trotz aller Mühe, allen Einsauens und vollem Körpereinsatz: Hier blieb ich erfolglos.
Zu allem Übel war mir an dieser Station auch noch das Navi abgeschmiert und ließ sich nicht mehr richtig starten. Das Problem kenne ich bereits. Man muss dann einfach das Gerät auf Werkseinstellung zurücksetzen und sich über die Garmin-Seite komplett alle Aktualisierungen runterladen und installieren. Dann geht es wieder. Allerdings muss man dann auch das Gerät komplett neu einrichten.
Das Smartphone hatte noch 23% Akkuladung. Zwar hatte ich Powerbank und Ladekabel dabei, allerdings war das Kabel kaputt, der Stecker auf einer Seite war fast komplett abgerissen. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Somit war an ein Weitercachen über die Smartphonenavigation auch nicht zu denken.
So blieb mir nichts anderes übrig, als die Runde Abzubrechen, was zwar Schade ist, aber doch auch gut: Ich war vor zwei Jahren in der Eberswalder Gegend und im Mai diesen Jahres in der Gegend vom Kloster Chorin Cachen gewesen. Also hätte ich wissen müssen, dass der Barnim ziemlich bergig ist. Es geht steil bergauf und bergab. Die beiden Runden in Eberswalde hatte ich vor zwei Jahren zu Fuß absolviert, Kloster Chorin mit dem Rad. Und hatte mich immer wieder gefragt, warum zum Teufel der Barnim so steil bergauf und bergab beschaffen ist und habe manches Mal geflucht, weil ich das Rad mehr schob, als dass es mich trug.
Aber ich plane, nächtes Wochenende, falls das Wetter einigermaßen mitspielt, wieder in diese Gegend zu fahren, die restlichen Caches und noch einige andere, die ich heute ins Auge gefasst habe, abzuhaken.
In Altgaul (eigentlich in Rathsdorf) gibt es ein Storchenmuseum, welches ich mir gern noch ansehen will und im angrenzenden Altranft das Oderbruch Museum Altranft, welches sich auch spannend anhört. Also werde ich dort wieder hinfahren, und wenn nicht kommendes Wochenende, dann halt ein andermal.
Ein positives Erlebnis hatte ich, als ich zurück am Wriezener Bahnhof ankam: Der Zug nach Eberswalde stand bereits parat, in Eberswalde hatte ich etwa 10 Minuten Zeit zum Umsteigen und auch dort kam der Zug pünktlich an war auch pünktlich in Berlin am Bahnhof Gesundbrunnen!
Nun genießt das Filmchen, ich hoffe, der Blockbuster gefällt.
Liebe Grüße
Thomas