Mysteries und Multies wo der virtuelle Kaiser rumliegt

Ich gebe es zu: Ich war noch nie im Schlosspark Charlottenburg. Und selbst als Berliner entdecke in meiner Stadt immer wieder Neues, wahrscheinlich gerade deshalb, weil mich das Geocaching immer wieder in die verschiedensten Ecken Berlins und des Berliner Umlands treibt. Oder Anna.

Anna ist eine Geocacherin aus Berlin, die mir auf TikTok und Facebook folgt. Als ich im April im Krankenhaus lag, schickte Sie mir die GC-Codes (die eigentlichen Geocache-Namen) von vier Mysteries. Diese löste ich im Krankenhaus und wollte sie schon lange besuchen und loggen, aber irgendwie habe ich es zeitlich nicht geschafft und außerdem ist nach meinem Herzinfarkt die Fitness immer noch nicht wieder voll da.

Nun war der Tag der Tage! Ich überprüfte noch mal die Ergebnisse der gelösten Mystery-Rätsel und bereitete eine komplette Runde vor.

Alle vier Mysteries sind im Schlosspark Charlottenburg eingezeichnet. Wenn man ein Mystery-Symbol sieht weiß man, dass zu 95% die Dose ganz woanders liegt. Nun hatte ich die vier Mysteries, und um diese baute ich die komplette Runde. Noch zwei Multies, fünf Tradies und einen ganz speziellen Virtual.

Das Wetter war mies, vernieselt, kühl und sowieso ziemlich bäh. Bestes Cacherwetter also. Dachte ich. Ich hatte wirklich nicht mit der Muggeldichte trotz des Wetters gerechnet. Haufenweise Hundemuggel und Jogger brachten mich manches Mal zur Verzweiflung, aber auch auf die Idee, mir Visitenkarten machen zu lassen. Schließlich hätte ich tatsächlich doch einiges an Kundschaft akquirieren können! 😎

So entdeckte ich den Schlosspark und die Umgebung des Schlosses und fand tatsächlich alle Dosen. Nebenbei erfuhr ich, dass da ein deutscher Kaiser und einige hohe Persönlichkeiten rumliegen, und begab mich dann wieder zum S-Bahnhof Jungfernheide, von wo meine Cachingrunde ihren Anfang genommen hatte.

Nun wollte ich einen ganz besonderen Virtual in Angriff nehmen. Ein Virtual ist ein Cache, bei dem es keine zu loggende Dose gibt, sondern man muss, wenn man an den Koordinaten steht, eine Aufgabe lösen: Meistens ein Foto von sich selbst mit der Sehenswürdigkeit, um die es geht, im Log mit hochladen. Bei diesem Cache war es nicht nur anders, sondern auch eine echte Herausforderung.

Dieser Virtual zeigt nämlich die komplette, ehemalige, Siemensbahn. Und das ganze hat insgesamt sechs Stationen und ich musste bis ins tiefste Spandau! Entwürdigend für einen echten Berliner, aber was soll’s?

So schleppte ich meinen Kadaver durch Nieselregen und in mittlerweile klammen Klamotten steckend, tatsächlich bis zum Ziel, erfüllte alle Aufgaben, bekam die Logerlaubnis und fuhr auf dem schnellsten Wege nach Hause.

Ein heißes Wannenbad und eine Menge Ingwertee (ich hatte extra in Spandau eine riesige Ingwerwurzel gekauft) bewahrten mich vor der Grippe, deren Anflug ich bereits gespürt hatte. Fast hätte ich deswegen den Virtual nicht gemacht. Aber rückwirkend bin ich froh, dass ich es getan habe.

Bei dem Virtual wurde nicht nur eine Bildungslücke geschlossen, sondern auch meine Vorliebe für Lost Places gestillt. Ich danke dem Owner dafür!

Holt euch Popcorn, lehnt euch zurück und genießt den Blockbuster.

Liebe Grüße
Euer Thomas

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